Vollversammlung

Zur Vollversammlung, dem obersten Gremium der Deutschen Bischofskonferenz, treffen sich alle katholischen Orts- und Weihbischöfe in Deutschland und der Apostolische Exarch der Ukrainer regelmäßig im Frühjahr und im Herbst. An vier Tagen werden zahlreiche Gespräche geführt, Beschlüsse gefasst und Arbeitssitzungen abgehalten. Die Vollversammlung, die nicht öffentlich stattfindet, ist das höchste Gremium der katholischen Kirche in Deutschland. Die Zahl der Mitglieder beträgt zurzeit 68 (Stand: November 2020).

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© DBK/Ralph Sondermann

Rückblick: Herbst-Vollversammlung 2020 in Fulda

22. bis 24. September 2020

Vom 22. bis 24. September 2020 hat in Fulda die Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz stattgefunden. An ihr nahmen 65 Mitglieder unter Leitung des Vorsitzenden, Bischof Dr. Georg Bätzing, teil. Coronabedingt tagten die Bischöfe einen Tag kürzer sowie in einem ausreichend großen Saal im Stadtschloss Fulda. Am Nachmittag des Eröffnungstages der Vollversammlung am Dienstag, 22. September 2020, hat der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, teilgenommen.

Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das kirchliche Leben und der weitere Fortgang des Synodalen Weges insbesondere nach den gerade stattgefundenen Regionenkonferenzen. Die Vollversammlung hat sich außerdem mit der Kirchenstatistik 2019 und der Instruktion der Kongregation für den Klerus über die Pfarrgemeinde befasst. Beim Themenfeld „Aufklärung und Aufarbeitung“ ging es um weitere Konsequenzen aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie). Ein Text zu Trauerfeiern und Gottesdiensten nach Kataststrophen war ebenfalls Thema der Vollversammlung.

Im Pressebericht zur Herbst-Vollversammlung fasst der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing (Limburg), die Ergebnisse zusammen:

Abschluss-Pressekonferenz der Herbst-Vollversammlung 2020 in Fulda
Pressegespräch „Corona – kirchliche Verantwortung und Anwaltschaft“ bei der Herbst-Vollversammlung in Fulda
Bischof Bätzing zum Auftakt der Herbst-Vollversammlung in Fulda

Rückblick: Frühjahrs-Vollversammlung 2020 in Mainz

Vom 2. bis 5. März 2020 hat im Erbacher Hof in Mainz (Bistum Mainz) die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz stattgefunden. An ihr nahmen 68 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz teil, zunächst unter der Leitung von  Kardinal Reinhard Marx, dem früheren Vorsitzenden. Bischof Dr. Georg Bätzing, der am 3. März 2020 zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde, führte die Leitung der Beratungen fort.

Im Mittelpunkt der Vollversammlung standen die turnusmäßige Wahl des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und eine erste Analyse des Auftakts des Synodalen Weges mit der zurückliegenden Synodalversammlung in Frankfurt am Main. Die Vollversammlung hat sich erneut mit Fragen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs befasst. Außerdem ging es in Mainz um das Nachsynodale Schreiben Querida Amazonia von Papst Franziskus zur Amazonassynode und die Planungen zum 3. Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt am Main. Ein weiterer Schwerpunkt war die Lage der Christen in Syrien. Der Apostolische Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, ist daher Gast der Vollversammlung gewesen.

An der Eröffnungssitzung der Vollversammlung am 2. März 2020 hat der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, teilgenommen.

Ergebnisse
  • Pressebericht Frühjahr 2020
    Pressebericht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofkonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, von der Frühjahrs-Vollversammlung in Mainz, veröffentlicht am 5. März 2020
  • Anlage 1 Pressebericht
    Grundsätze zur Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids, veröffentlicht am 5. März 2020

Hintergrund

Traditionell treffen sich die Bischöfe zur Herbst-Vollversammlung in Fulda, wo sich das Grab des heiligen Bonifatius befindet, der als „Apostel der Deutschen“ verehrt wird. Die Orte der Frühjahrs-Vollversammlung wechseln jährlich.

Allgemeiner Ablauf

Was beraten die Bischöfe in ihren Vollversammlungen?

In der Vollversammlung treffen die deutschen Bischöfe organisatorische und inhaltliche Entscheidungen für die Kirche in Deutschland. Neben den Sitzungen der Vollversammlung im großen Saal finden sich regelmäßig kleinere Arbeitsgruppen zusammen, die inhaltliche Fragen diskutieren, um sie anschließend dem großen Plenum vorzustellen. Fester Bestandteil der Vollversammlung ist auch der Studientag zu einem zentralen Thema der Beratungen, an dem Expertenvorträge gehört und Gespräche geführt werden.

Eine wichtige organisatorische Aufgabe ist alle sechs Jahre die Wahl des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Gewählt werden kann jeder Diözesanbischof bis zum Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren. Darüber hinaus gehört ebenfalls im Turnus von sechs Jahren die Wahl des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz, der den ständigen Sitz der Bischofskonferenz in Bonn leitet – das so genannte Sekretariat – zu den Aufgaben der Vollversammlung. Zuletzt haben diese Wahlen im März 2014 stattgefunden.

Für viele Sachbereiche gibt es Bischöfliche Kommissionen wie zum Beispiel die Kommission für Erziehung und Schule oder Dienststellen der Deutschen Bischofskonferenz. Die Vollversammlung der Bischöfe entscheidet auch über deren Einrichtung und personelle Besetzung und erlässt die jeweiligen Geschäftsordungen.
 

Warum Fulda?

Im Hohen Dom zu Fulda befindet sich das Grab des heiligen Bonifatius, der als „Apostel der Deutschen“ von den katholischen Bischöfen besonders verehrt wird. Während der Vollversammlung im Herbst sind die Bischöfe regelmäßig Gäste des Bistums Fulda. Sie beziehen für vier Tage Zimmer im Priesterseminar, feiern täglich Gottesdienst im Dom und treffen sich zu regelmäßigen Arbeitssitzungen.

Weitere Informationen: