Informationen für Betroffene und Angehörige

Fragen und Antworten zum neuen Antragsverfahren

Die Herbst-Vollversammlung der deutschen Bischöfe im September 2020 hat die Ausgestaltung der Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids beschlossen. Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat am 24. November 2020 diese Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids abgeschlossen. Hierdurch wird, entsprechend der Empfehlungen der MHG-Studie, für Betroffene sexuellen Missbrauchs ein einheitliches, transparentes und unabhängigeres Verfahren zur Anerkennung des Leids in den deutschen Diözesen etabliert. Zukünftig werden die Zahlungen an Betroffene durch ein unabhängiges und interdisziplinär besetztes Gremium festgelegt, das auch die direkte Auszahlung der Leistungen anordnet. Zudem werden durch die Diözesen Kosten für Therapie und Paarberatung übernommen. Das Verfahren wird zum 1. Januar 2021 starten.

Die Ordnung zum Verfahren zur Anerkennung des Leids ist verfügbar unter Normen und Leitlinien.

Wie funktioniert das Verfahren zur Anerkennung des Leids?

  1. Personen, die als minderjährige oder erwachsene Schutzbefohlene sexuellen Missbrauch erlebt haben, wenden sich an die unabhängigen Ansprechpersonen einer (Erz-)Diözese.
  2. Die unabhängigen Ansprechpersonen führen ein Gespräch und können beim Ausfüllen des Antragsformulars unterstützen.
  3. Der Antrag wird von der Ansprechperson oder der Diözese an die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) weitergeleitet.
  4. Die Unabhängige Kommission legt eine Leistungshöhe fest und weist die Auszahlung an Betroffene an.
  5. Die Geschäftsstelle der Unabhängigen Kommission informiert die betroffene Person sowie die zuständige Diözese und zahlt die festgelegte Summe direkt aus.

Bei der Weiterentwicklung wurden zahlreiche Anregungen, die besonders von Betroffenen gefordert wurden, umgesetzt. Durch die zentrale Auszahlung wird eine deutliche Beschleunigung der Bearbeitungsdauer sichergestellt. Zudem gibt es für Betroffene, die bereits Leistungen erhalten haben, ein verkürztes Verfahren, damit die Gefahr von Retraumatisierungen minimiert wird. Zudem können Betroffene bei der Geschäftsstelle des Entscheidungsgremiums Auskunft erhalten, welche Diözese für die Entgegennahme des Antrags verantwortlich ist.

Hier finden Sie Informationen zur den Änderungen sowie Antworten auf mögliche Fragen:

Antragsstellung

Die Antragsstellung ist ab dem 1. Januar 2021 möglich.

Die neuen Unterlagen für Anträge nach dem überarbeiteten Verfahren (Merkblatt/Antragsformular) sind in Bearbeitung und werden vor dem 1. Januar 2021 zur Verfügung stehen.

Personen, die als Minderjährige oder schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene von einem Kleriker oder einem anderen Beschäftigten im kirchlichen Dienst im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz sexuell missbraucht wurden, können einen Antrag stellen.

Ja, auch Personen, die bereits einen Antrag auf Anerkennung des Leids gestellt haben, können einen neuen Antrag stellen.

Bereits erhaltene Leistungen in Anerkennung des Leids werden angerechnet. Das gilt nicht für Leistungen, die im Zusammenhang mit der Erstattung von Kosten für Therapie und Paarberatung erbracht wurde.

In der Regel wird auf eine erneute Prüfung der Plausibilität verzichtet. Eine konkrete Auskunft erhalten Sie hierzu aber von der zuständigen Diözese.

Der Antrag ist über die zuständige Diözese beziehungsweise die unabhängige Ansprechperson der Diözese an das Entscheidungsgremium zu stellen. Zuständig ist die Diözese, in der der/die Beschuldigte zu der der/die Beschuldigte zum Tatzeitpunkt gehörte.

Eine direkte Antragsstellung an das Entscheidungsgremium ist nicht möglich. Sofern Sie sich unsicher sind, welche Diözese für die Bearbeitung zuständig ist, erhalten Sie über die Geschäftsstelle des Entscheidungsgremiums eine entsprechende Information.

Die Leistungen werden unabhängig von Verjährung erbracht. Auch wenn der Täter bereits verstorben ist, kann ein Antrag gestellt werden.

Entscheidungsgremium: Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA)

Die die Zentrale Koordinierungsstelle (ZKS) wurde 2011 eingerichtet. Ihr gehörten vier Personen an: Zwei Männer und zwei Frauen, die juristischen, theologischen und psychologischen bzw. psychotherapeutischen Sachverstand sowie langjährige Kompetenz in der Arbeit mit Betroffenen als auch mit Tätern besitzen. Die ZKS arbeitete nicht weisungsgebunden. Ihre Aufgabe ist es, zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine materielle Leistung erfüllt sind. Zudem spricht sie im bisherige Verfahren eine Empfehlung über die Höhe der Leistung an die betroffene kirchliche Körperschaft aus.

Bis zum Januar 2020 hat die ZKS für rund 2.200 Anträge auf Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde, Empfehlungen ausgesprochen. Diese beliefen sich auf insgesamt rund 10,3 Millionen Euro). Die ZKS wird im Dezember 2020 ihre Arbeit einstellen.

Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) tritt im weiterentwickelten Verfahren an die Stelle der ZKS. Die Unabhängige Kommission wird zunächst sieben Personen umfassen. Diese dürfen keine Mitarbeiter der katholischen Kirche sein und sollen über juristische, medizinische, psychologische oder kriminologische Expertise verfügen.

Im Unterschied zur ZKS, die Empfehlungen zur Leistungshöhe festgelegt hat, wird die Unabhängige Kommission eine verbindliche Entscheidung zur Leistungshöhe verbindlich festlegen und die Auszahlung der Leistungen direkt anordnen.

Die Mitglieder der UKA werden für ihre Aufgabe vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz ernannt. Ihre Namen werden nach der konstituierenden Sitzung auf der Internetseite www.dbk.de veröffentlicht.

Bei den Unterlagen, die im Rahmen des Verfahrens erhoben werden, handelt es sich um besonders sensible und private Informationen der Betroffenen. Deshalb werden diese, entsprechend den datenschzurechtlichen Vorschriften, besonders geschützt und die Mitglieder zur Verschwiegenheit über diese Informationen verpflichtet.

Für jeden Antrag wird ein Mitglied der unabhängigen Kommission als Berichterstatter benannt.

Es werden sieben Personen Mitglieder sein. Die Mitglieder des Entscheidungsgremiums UKA sollen über psychiatrische/trauma-psychologische, (sozial-)pädagogische, juristische, medizinische oder theologische Ausbildungsabschlüsse und Berufserfahrung verfügen.

Sie werden für ihre Aufgabe vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz ernannt. Ihre Namen werden nach der konstituierenden Sitzung auf der Internetseite www.dbk.de veröffentlicht.

Im Entscheidungsgremium sind keine Mitglieder, die bei der katholischen Kirche beschäftigt sind. Zudem agieren die Mitglieder unabhängig von Weisungen.

Ja, die Mitglieder des Gremiums wählen sich selbstständig einen Vorsitzenden/eine Vorsitzende.

Die Auswahl trifft ein Fachgremium, das aus vier Personen besteht. Die Mehrzahl der Mitglieder sind keine Vertreter der Kirche. Dem Fachgremium gehören Bischof Dr. Ackermann, Staatsministerin a. D. Roswitha Müller-Piepenkötter, Dr. Manuela Stötzel (UBSKM) und ein Betroffener sexuellen Missbrauchs an.

Die Mitglieder werden durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz für die Dauer von vier Jahren berufen.

Leistungen

Die Zahlungen orientieren sich an Urteilen zu Schmerzensgeldern staatlicher Gerichte in vergleichbaren Fällen. Das bedeutet, dass Leistungen zwischen 1.000 und 50.000 Euro gezahlt werden.

In Ausnahmen können in besonders schweren Härtefällen höhere Leistungen oder anderweitige Unterstützungen durch die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen mit Zustimmung der kirchlichen Institution festgelegt werden.

Nein, die Leistungen werden für jeden Betroffenen individuell festgelegt.

Auf der Grundlage eines von einem approbierten Psychotherapeuten vorlegten Behandlungsplans werden Behandlungskosten von bis zu 50 Stunden übernommen.

Auf der Grundlage des von einem Paarberater, der Psychologe oder Psychotherapeut sein muss, vorgelegten Behandlungsplans werden 25 Sitzungen für einen Stundensatz in Höhe von max. 125 Euro entsprechend der Gebührenordnung für Psychotherapeuten übernommen.

Ja. Eine materielle Zahlung in Anerkennung des Leids kann zusammen mit der Übernahme von Kosten für Therapie oder Paarberatung beantragt werden. Die Leistungen werden unabhängig voneinander erbracht, und es erfolgt keine Verrechnung.

Ja. Die Deutsche Bischofskonferenz beteiligt sich am Ergänzenden Hilfesystem der Bundesregierung. Die Anträge müssen über den Fonds sexueller Missbrauch gestellt werden.

Bereits im Jahr 2011 haben die deutschen Bischöfe das Verfahren zur Anerkennung des Leids eingerichtet. Im Rahmen dieses Verfahrens sollten die Leistungen an Betroffene vom Täter persönlich erbracht werden. Subsidiär wurden sie von der zuständigen Diözese gezahlt, sofern der Täter nicht mehr belangt werden konnte. In diesem Fall sollten die Leistungen nicht aus dem Aufkommen der Kirchensteuer finanziert werden, sondern aus anderen kirchlichen Vermögenswerten.

Für das weiterentwickelte Verfahren haben die Bischöfe die primäre Verantwortung des Täters betont. So heißt es in den im Frühjahr 2020 verabschiedeten Grundsätzen: „Die Mittelaufbringung zur Finanzierung der Leistungen obliegt der zuständigen Diözese. Über die konkrete Ausgestaltung entscheiden die zuständigen diözesanen Gremien. Die erste Verantwortung zur Erbringung der Leistungen liegt beim Täter.“

Demnach sollen im weiterentwickelten Verfahren die Mittel aus verschiedenen Quellen aufgebracht werden. Hierbei ist immer die jeweilige Situation in der Diözese zu berücksichtigen. Das Verfahren zur Anerkennung des Leids soll Betroffene sexuellen Missbrauchs unterstützen, nicht den Täter entlasten. Unstrittig ist, dass immer zuerst der Täter, sofern er noch lebt, auch finanziell zur Verantwortung gezogen werden muss. Wenn dies nicht mehr möglich ist, beispielsweise weil der Täter verstorben ist, übernimmt die zuständige Diözese im Interesse der Betroffenen die Leistungen. Diese entscheidet eigenständig in ihren jeweiligen Gremien, aus welchen Quellen die Leistungen aufgebracht werden.

Wenn Sie oder Ihre Angehörigen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind, können Sie sich an den jeweils zuständigen Missbrauchsbeauftragten der (Erz-)Bistümer oder Orden wenden.

Listen von Personen, an die man sich bei Verdachtsfällen von sexuellem Missbrauch wenden kann:

Beauftragte und empfehlenswerte Links
  • Beauftragte der Diözesen
    Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den Diözesen mit Kontaktdaten
  • Beauftragte der Ordensgemeinschaften
    Eine Liste finden Sie auf der Internetseite der Orden bzw. der Deutschen Ordensobernkonferenz.
  • Beauftragte sonstiger Jurisdiktionsbereiche
    Beauftragte mit Kontaktdaten
  • Beauftragter der Bundesregierung
    Telefonische Anlaufstelle des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig.
  • Hilfeportal des Beauftragten der Bundesregierung
    www.hilfeportal-missbrauch.de
  • Opferschutzplattform für die Betroffenen von Straftaten
    Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat eine Opferschutzplattform entwickelt, auf der man unter anderem erfährt, wo man nach einer Straftat Hilfe und Beratung finden kann.
  • www.praevention-kirche.de
    Internetseite der katholischen Kirche zur Prävention mit Liste der Präventionsbeauftragten in den Diözesen

Telefon- und Onlineberatung

Berichte rund um das Thema Missbrauch können bei Betroffenen seelische Probleme auslösen, weil plötzlich die Erinnerungen und das Leid wieder spürbar werden (Fachleute sprechen von „Dekompensationen“ oder „Retraumatisierungen“). Wenn Sie Beratung brauchen, wenden Sie sich doch bitte an die Missbrauchsbeauftragten in den Diözesen oder Orden (siehe Listen der Beautragten zum Herunterladen auf dieser Seite), die TelefonSeelsorge oder an andere Beratungsstellen vor Ort.

Das Hilfeportal Sexueller Missbrauch des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs finden Sie unter www.hilfeportal-missbrauch.de.

Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung

Die Deutsche Bischofskonferenz und der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, haben sich gemeinsam über das weitere Vorgehen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz verständigt.

Mehr lesen:

Bischof Dr. Stephan Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig haben am 22. Juni 2020 die „Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland“ unterzeichnet.
Mehr lesen: Pressemitteilung 22. Juni 2020

Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids

Die Frühjahrs-Vollversammlung der deutschen Bischöfe vom 2. bis 5. März 2020 hat sich maßgeblich mit der Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids für Betroffene von sexuellem Missbrauch befasst. Ausgehend von den Empfehlungen einer unabhängigen Arbeitsgruppe, die bei der Herbst-Vollversammlung 2019 präsentiert wurden, haben die Bischöfe Grundsätze für das weiterentwickelte Verfahren verabschiedet. Zur Umsetzung dieser Grundsätze werden offene Verfahrensfragen und Details bis Herbst 2020 geklärt.

Mehr lesen:

  • Pressebericht der Frühjahrs-Vollversammlung 2020 des Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing (5. März 2020)
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  • Anlage 1 Pressebericht – Grundsätze zur Weiterentwicklung des Verfahrens zur Anerkennung des Leids (5. März 2020)
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„Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden“

Eine Veranstaltung von Frauen für Frauen vom 27. bis 28. September 2019 in Siegburg

Die Deutsche Bischofskonferenz mit ihrer Arbeitsstelle für Frauenseelsorge und dem Bereich Pastoral sowie die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) veranstalten in Kooperation mit den katholischen Frauenverbänden KDFB und kfd vom 27. bis 28. September 2019 in Siegburg eine Tagung, die sich erstmals ausdrücklich mit dem Thema Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden befasst. Die Tagung, die von der internationalen Initiative „Voices of Faith“ unterstützt wird, versteht sich als Teil eines Prozesses, in dem Raum für Erfahrungen, Zeugnisse und Expertisen eröffnet und erste Perspektiven für Aufarbeitung, Ahndung und Prävention entwickelt werden sollen.
Pressemitteilung vom 27. September 2019

Verfahren zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids wird weiterentwickelt

Unabhängige Arbeitsgruppe stellt Vorschläge vor (24. September 2019)

Nach der Veröffentlichung der MHG-Studie am 25. September 2018 in Fulda haben die deutschen Bischöfe unter anderem beschlossen, das Verfahren zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids aufgrund der Studie sowie der Erfahrungen der zurückliegenden Jahre fortzuentwickeln. Diese hat am 27. Mai 2019 mit einem Workshop in Bonn begonnen, an dem 28 fachkundige Personen aus Kirche und Gesellschaft teilnahmen. Dazu gehörten Betroffene, Experten aus Wissenschaft, Beratung sowie staatlichen und kirchlichen Stellen. Auf Grundlage dieses Workshops wurde eine unabhängige Arbeitsgruppe beauftragt, einen Vorschlag für die Überarbeitung des bisherigen Verfahrens zu erstellen. Zur Arbeitsgruppe gehörten Prof. Dr. Stephan Rixen (Universität Bayreuth), Dr. Bettina Janssen (Mediatorin und Rechtsanwältin), Roswitha Müller-Piepenkötter (NRW-Justizministerin a. D., Bundesvorsitzende a. D. des Weißen Rings) und Matthias Katsch (Betroffenenorganisation Eckiger Tisch e. V.). Die Vorschläge der Arbeitsgruppe wurden mit dem Personenkreis vom ersten Workshop am 6. September 2019 diskutiert und anschließend nochmals überarbeitet. Heute (Dienstag, 24. September 2019) stellt die unabhängige Arbeitsgruppe ihre Ergebnisse der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda vor. Wir dokumentieren die Vorschläge.
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Auftaktveranstaltung Anerkennung/Entschädigung des Leids am 27. Mai 2019

Nach der Veröffentlichung der MHG-Studie am 25. September 2018 in Fulda haben die deutschen Bischöfe unter anderem beschlossen, das Verfahren zu Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids aufgrund der Studie sowie der Erfahrungen der zurückliegenden Jahre fortzuentwickeln. Das Verfahren selbst wurde im März 2011 etabliert. Diese Fortentwicklung hat am 27. Mai 2019 mit einem Experten-Workshop in Bonn begonnen, zu dem der Beauftragte für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), eingeladen hatte. Ziel des Workshops war es, Impulse zu Bedingungen, An- und Herausforderungen einer gelingenden Anerkennung/Entschädigung in den aktuellen Prozess zu geben.

Mehr lesen: Zur aktuellen Meldung vom 28. Mai 2019

Leistungen zur Anerkennung des Leids beantragen

Unten finden Sie ein Formular zur Beantragung von Leistungen in Anerkennung des zugefügten Leids. Dazu gehört die Übernahme von Kosten für Therapie und Beratung sowie gegenbenenfalls materielle Leistungen. Bitte beachten Sie: Wenn Sie den Antrag ausfüllen, kann das eventuell seelische Probleme auslösen, weil plötzlich die Erinnerungen mit all dem Leid wieder spürbar werden (Fachleute sprechen von „Dekompensationen“). Wir empfehlen deshalb dringend, den Antrag im Beisein des Missbrauchsbeauftragten, einer vertrauten Person oder eines Therapeuten auszufüllen.

Hinweis: Hier finden Sie noch die bisherigen Antragsunterlagen. Die neuen Unterlagen für Anträge nach dem überarbeiteten Verfahren (Merkblatt/Antragsformular) sind in Bearbeitung und werden vor dem 1. Januar 2021 zur Verfügung stehen. Weitere Informationen zum neuen Verfahren

Hier finden Sie alle nötigen Unterlagen:

Hilfstelefon der Deutschen Bischofskonferenz

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte im Jahr 2010 eine Telefonhotline für Betroffene von sexuellem Missbrauch eingerichtet. Lesen Sie hier mehr zu diesem europaweit einzigartigen Projekt, welches von den deutschen Bischöfen initiiert und bis Ende 2012 durchgeführt wurde.

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Lebensberatung des Bistums Trier haben am 17. Januar 2013 in Trier den „Tätigkeitsbericht zum Abschluss der Telefonhotline der Deutschen Bischofskonferenz für Betroffene sexuellen Missbrauchs“ vorgestellt.
Zur Pressemitteilung vom 17.01.2013

Wer heute telefonische Hilfe oder Auskünfte benötigt, kann sich an die Missbrauchsbeauftragen wenden, die es in jedem Bistum gibt. Ebenso stehen als Ansprechpartner die Präventionsbeauftragten der Bistümer zur Verfügung. Telefonnummern und Ansprechpartner finden Sie auf dieser Seite im Kasten Beauftragte sowie unter www.praevention-kirche.de.

Abschlussbericht

Zum Jahresende 2012 hat die Telefonhotline der Deutschen Bischofskonferenz ihre Arbeit beendet. Bereits am 2. April 2012 hatte die Bischofskonferenz angekündigt, die Hotline aufgrund kaum noch eingehender Anrufe auslaufen zu lassen. Tatsächlich sind in den vergangenen Monaten so gut wie keine Anrufe mehr bei der Hotline eingegangen. Damit endet ein Projekt, das seinesgleichen bisher europaweit sucht. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte als eine der ersten Aufarbeitungsmaßnahmen nach Bekanntwerden von Fällen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen im kirchlichen Bereich die Hotline 2010 geschaltet. Sie verstand sich als Ersthilfe und Anlaufstelle. Die Ergebnisse der Hotline wurden am 17. Januar 2013 auf einer Pressekonferenz in Trier vorgestellt.

Zwischenbericht

Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen Zwischenbericht ihrer Hotline für Opfer sexueller Gewalt vorgelegt. Danach wurden in 2010 von März bis Mitte Oktober  3.431 Gespräche am Telefon geführt und 213 Internet-Beratungen in Anspruch genommen. 22.845 Menschen informierten sich über das Angebot.
Zur Pressemitteilung vom 24.11.2010

Mit dem Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz zur Durchführung der Hotline an die Lebensberatung im Bistum Trier wurde der Auftrag verbunden, die Erkenntnisse der Hotline fachlich aufzubereiten und für die Arbeit an der Frage der künftigen Präventionsprogramme zur Verfügung zu stellen. Demnach sollten Leitfragen der Auswertung sein:

  •     Gibt es Hinweise zur Frage der Prävention?
  •     Gibt es Hinweise zur Frage der Betreuung von Opfern?

Mit dem Zwischenbericht ist nach etwa der Hälfte der Laufzeit der Hotline eine erste Auswertung dieser Art erstellt worden. Hier können Sie den Zwischenbericht (insgesamt 4 Teile) herunterladen:

Zu Beginn

„Wir wollen den Betroffenen beistehen“
Die Deutsche Bischofskonferenz hat am 30. März 2010 ihre Beratungshotline für Opfer sexuellen Missbrauchs in katholischen Einrichtungen vorgestellt. Bischof Dr. Stephan Ackermann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für alle Fragen im Zusammenhang des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im kirchlichen Bereich, sagte in Trier: „Wir wollen mit diesem Angebot die Opfer ermutigen, sich bei uns zu melden, gleich ob es sich um verjährte oder um aktuelle Fälle handelt. Wir wollen ansprechbar sein, wollen wissen, was erlitten wurde und den Betroffenen bei der Aufarbeitung beistehen.“ Die Hotline wird in Trägerschaft der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Lebensberatung im Bistum Trier realisiert.
Zur Pressemitteilung vom 30.03.2010