52. Internationaler Eucharistischer Kongress

in Budapest vom 13. bis 20. September 2020

Wenn im September 2020 in Budapest der  52. Internationale Eucharistische Kongress (IEK) veranstaltet wird, liegt der letzte, der in Cebu auf den Philippinen stattfand, vier Jahre zurück. In Ungarn steht der Kongress unter dem Thema „All my springs are in you“ – „Die Eucharistie: Quelle unseres Lebens und unserer christlichen Sendung“, inspiriert von Psalm 87,7: „Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens“.

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© IEC 2020

Eine Woche lang wird es ein breites Angebot an spirituellen und kulturellen Veranstaltungen wie Gottesdienste, Konzerte, historische Sightseeingtouren und Familienprogramme geben, einige davon unter freiem Himmel. Während des Kongresses sollen Christen zueinander finden und gemeinsam die Gegenwart Jesu feiern. Delegierter der Deutschen Bischofskonferenz ist Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier).

„Let all nations and nationalities join together in peace“ – „Lasst alle Nationen und Nationalitäten in Frieden zusammenkommen“, zitiert Kardinal Péter Erdő, der Erzbischof von Budapest, aus der Hymne des ersten Eucharistischen Weltkongresses, der in Ungarn stattfinden wird. Sich zu vereinen und Frieden zu stiften, das ist nicht nur ein Ziel unter Christen, sondern auch eines unter Menschen unterschiedlicher Konfessionen, sowie der osteuropäischen Länder um Ungarn.

Der Konflikt unter den osteuropäischen Ländern begann 1990 mit dem Zerfall der Sowjetunion. Die alten Machthaber mussten sich einem Demokratisierungsprozess beugen, der von der Bevölkerung gefordert wurde. Nachdem die baltischen Staaten sich 1990 als erste für die Unabhängigkeit entschieden, antwortete die Sowjetunion mit Wirtschaftsblockaden und militärischen Mitteln, allerdings ohne Erfolg. Im Dezember 1991 wurde die Sowjetunion nach dem Rücktritt von Michail Gorbatschow formell aufgelöst und auf ihrem ehemaligen Territorium bildeten sich unabhängige Staaten. Russland versuchte mit der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) die osteuropäischen Neustaaten an sich zu binden, sah sich aber zunehmend mit deren Orientierung nach Westen konfrontiert, da viele Nachfolgerstaaten der Europäischen Union und der NATO beitraten.

Das Motto des IEK ist gleichzeitig der letzte Satz aus Psalm 87. Kardinal Péter Erdő fasst das Thema des anstehenden Kongresses zusammen und zieht Schlüsse zur aktuellen Weltsituation. In Psalm 87 gehe es um die Menschen vieler unterschiedlicher Nationen, die alle in Jerusalem geboren waren. Der Psalm beziehe alle, ob Ägypter, Babylonier oder Fremde, mit ein. Daher solle man an solle auch in der heutigen Zeit offen gegenüber Menschen aller Herkunftsländer sein.

Was ist ein Eucharistischer Kongress?

Im Mittelpunkt eines Eucharistischen Kongresses steht die Eucharistie. Sie ist eines der sieben Sakramente. In ihr werden dem letzten Abendmahl und dem Tod Christi gedacht, seine Auferstehung  und die Erlösung der Menschheit verkündet. Die Opfergaben Brot und Wein machen die Nähe zu ihm erfahrbar.

Im Zentrum des Eucharistischen Kongresses stehen Gottesdienst, Anbetung, Glaubensverkündigung, Glaubensvertiefung und die Frage nach der Lebensführung aus dem Glauben. Am speziellen Thema des Kongresses orientieren sich Wortgottesdienste, theologische Vorträge sowie gemeinsame Gebete. Während der Kongresstage bezeugen die Gläubigen gemeinsam, dass Jesus Christus im Geheimnis der Eucharistie die Mitte des Lebens, der Kirche und der Sendung ist.

Ein Eucharistischer Kongress kann national oder international abgehalten werden. Auf nationaler Ebene in Deutschland  wird er auf Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz, wie 2013 in Köln, oder nach Ermessen der einzelnen Ortsbischöfe in den jeweiligen Diözesen abgehalten. Ein Internationaler Eucharistischer Kongress kommt auf Vorschlag des Päpstlichen Komitees für Eucharistische Weltkongresse, nach Verkündigung durch den Papst, zusammen. Intensive Vor- und Nachbereitung innerhalb der Ortskirchen tragen Ergebnisse und Anregungen auch nach dem Kongress weiter.

Downloads & Infos
  • Vorbereitungsdokument
    Zum Anlass des 52. Internationalen Eucharistischen Kongress gibt es ein Vorbereitungsdokument in deutscher Sprache. Es beinhaltet pastorale und theologische Überlegungen und liegt in der Verantwortung des Päpstlichen Komitees für die Eucharistischen Weltkongresse.
  • Pressemitteilung 22.05.2019
    Weitere Informationen zum Dokument und über den Eucharistischen Kongress in Budapest

Eine Auswahl von vergangenen Eucharistischen Kongressen

  • 1881 – Erster Eucharistischer Weltkongress in Frankreich (Lille):
    Wegbereiter der Eucharistischen Weltkongresse war der hl. Peter Julian Eymard (1811-1868). Nach seinem Tod organisierte Emilie Tamisier (1834-1910) den ersten Eucharistischen Weltkongress.
  • 1909 – Erster Eucharistischer Weltkongress, der in Deutschland (Köln) stattfindet. Das Motto: „Gesellschaftskönigreich Christi“
  • 1960 – Zweiter Eucharistischer Weltkongress, der in Deutschland (München) stattfindet. Das Motto: „Pro mundi vita/ Für das Leben der Welt“
  • 2013 – Nationaler Eucharistischer Kongress in Köln. Das Motto: „Herr, zu wem sollen wir gehen?“ (Joh 6, 68)
  • 2016 – Der letzte Eucharistischer Weltkongress auf den Philippinen. Das Motto: „Christus in euch, unsere Hoffnung auf Herrlichkeit“ (Kol 1, 27)
  • 2020 – 52. Eucharistischer Weltkongress in Ungarn (Budapest). Das Motto: „Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens“ (Ps 87, 7)