Amazonassynode 2019

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© CNS photo/Paul Haring/KNA
In einer Prozession ziehen Teilnehmer mit Papst Franziskus zur Synodenaula im Vatikan.

Die Amazonassynode vom 6. bis 27. Oktober 2019 stand unter dem Thema „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ und war eine Sonderversammlung von Bischöfen und Ordensvertretern aus Ländern der Amazonasregion im Vatikan, darunter die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen im Amazonasgebiet sowie weitere Bischöfe, mehrere Kardinäle, Ordensleute und Experten. Sie haben über seelsorgliche Fragen in der Region des Amazonasgebietes beraten.

Folgende Themen wurden auf der Synode besprochen:

  • Probleme, die sich durch die Ausbeutung der Rohstoffvorkommen und durch Monokulturen ergeben, vor allem für die indigene Bevölkerung wie Landkonflikte, Vertreibung, Umweltverschmutzung
  • Mehr Aufmerksamkeit für indigene Traditionen
  • Seelsorge in einem riesigen und schwer zugänglichen Gebiet

27.10.2019: Erklärung von Kardinal Marx zum Abschluss der Amazonassynode
Zur Pressemitteilung

27.10.2019: Das Abschlussdokument der Sonderversammlung der Bischofssynode für den Amazonas in Rom ist auf der Internetseite der Bischofssynode unter www.sinodoamazonico.va verfügbar.

07.10.2019: Statement des Mitglieds des Kardinalsrates und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx
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07/10/2019: Statement by Cardinal Reinhard Marx, Member of the Council of Cardinals and President of the German Bishops’ Conference
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07.10.2019: Intervento del Membro della Commissione dei Cardinali e Presidente della Conferenza episcopale tedesca, S. Em.a Reinhard Cardinale Marx
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Wer nimmt teil?

Amazonasbischöfe aus Bolivien, Brasilien, Ecuador, Peru, Kolumbien, Venezuela, Französisch-Guayana, Guayana und Suriname sowie die Spitzen von sieben Bischofskonferenzen, Vertreter der römischen Kurie und die Leitung des Panamazonien-Netzwerks REPAM (Red Eclesial PanAmazonica) sowie die Mitglieder des Vorbereitungsgremiums. Hinzu kommen 15 Ordensdelegierte und mehrere vom Papst direkt persönlich ernannte Teilnehmer. Zudem sind Experten und sogenannte „Auditores“ (Hörer), aber auch Beobachter verschiedener Glaubensgemeinschaften und Institutionen dabei. Zusätzlich werden etwa 20 Indigene ihre Interessen bei der Synode vertreten und auch einige Unternehmensvertreter.

Insgesamt nehmen 283 Bischöfe, Sachverständige, Sondergesandte und Beobachter an der Amazonassynode teil, darunter 185 stimmberechtigte Synodenmitglieder. Eingeladen sind alle Ordinarien und Weihbischöfe des Amazonasgebiets. Von den 113 Synodenvätern aus den betreffenden Kirchenbezirken in neun Ländern stammen allein 57 aus Brasilien. 17 Teilnehmer sind Indigene. Die Zahl der Frauen beträgt 35, davon 20 Ordensfrauen. Papst Franziskus berief persönlich 33 weitere Mitglieder vor allem aus Weltregionen mit ähnlichen Problemlagen, etwa dem Kongobecken.

Vier Teilnehmer aus Deutschland
Mitglied der Synode aus der Deutschen Bischofskonferenz wird Kardinal Reinhard Marx (München und Freising). Als Experten („inviati speciali“) wurden P. Michael Heinz (Hauptgeschäftsführer der Bischöflichen Aktion Adveniat), Msgr. Pirmin Spiegel (Hauptgeschäftsführer Misereor) und Prof. Dr. Hans-Joachim Schellnhuber (Gründungsdirektor em. des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung) berufen.

Gesamtliste der Teilnehmer der Synode (Italienisch)
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Wie läuft die Synode ab?

Der Papst hatte die Synode am 15. Oktober 2017 in Rom angekündigt und die Vorbereitung flankiert mit einem Besuch im peruanischen Puerto Maldonado am 19. Januar 2018. Am 8. Juni 2018 veröffentlichte das vatikanische Synodensekretariat ein Vorbereitungsdokument (Instrumentum laboris) mit einem Fragenkatalog. Das Instrumentum laboris vom 17. Juni 2019 wurde auf Grundlage der Rückmeldungen zu diesem Fragenkatalog erstellt, die teils in rund 260 lokalen und regionalen Vorbereitungstreffen erarbeitet wurden. Die Beratungen während der Synode im Herbst umfassen Debatten im Plenum, an denen auch der Papst teilnimmt, und Kleingruppenarbeit. Dem brasilianischen Kardinal Cláudio Hummes kommt die wichtige Aufgabe zu, die Synode als sogenannter Generalrelator zu moderieren.

Das Programm der Synode sieht vor, dass Kardinal Lorenzo Baldisseri als Generalsekretär in einem Eröffnungsvortrag den Ablauf erläutert und Generalrelator Hummes in die Thematik einführt. Wortbeiträge der Teilnehmer sind auf vier Minuten begrenzt. Jeweils zum Abschluss der Plenarversammlungen ist eine freie Diskussion möglich. Anhand der Ergebnisse aus kleineren Beratungsrunden und der Beiträge im Plenum erarbeiten der Generalrelator und die Sondersekretäre der Synode einen Entwurf für ein Schlussdokument, der in der Versammlung diskutiert und zur Abstimmung gebracht wird.

In der letzten Sitzungswoche verabschieden die Synodenteilnehmer das Schlussdokument, das Papst Franziskus übergeben wird. Die Ergebnisse dieser Synode sind nicht bindend, dienen aber dem Papst als Basis für weitere Entscheidungen.

Was bedeutet die Amazonassynode für Europa?

Das Amazonasbecken ist das zweitgrößte Waldgebiet der Erde und ist bedeutend für das weltweite Klima. Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten ist noch immer nicht erfasst und schon jetzt wirken sich Rodungen und Umweltverschmutzung in diesem Gebiet gravierend aus. Innerkirchlich könnten neue Wege in der Seelsorge des Amazonasgebietes möglicherweise auch Auswirkungen für die Kirche in Europa und in Deutschland haben.

Weitere Informationen
  • Arbeitspapier (Instrumentum laboris)
    Eine deutsche Arbeitsübersetzung der Hilfswerke Adveniat und Misereor
  • „Amazonassynode hat auch für Deutschland eine große Bedeutung“
    Bischöfliche Kommission Adveniat besuchte Ecuador
  • Vatikanseite
    Speziallseite zur Synode
  • Adveniat zur Amazonassynode
    Das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, Adveniat e. V., begleitet die Synode intensiv und hat sich zum Vorbereitungsdokument geäußert.
  • Über die Amazonasregion (Adveniat)
    Klimawandel, rücksichtslose Ausbeutung von Rohstoffen, Wasserkraftwerke sowie gigantische Soja-, Zuckerrohr- und Palmölplantagen zerstören die Lebenswelt der ursprünglichen Völker Amazoniens. Deswegen setzt sich Adveniat als Teil des kirchlichen Amazonasnetzwerks REPAM besonders für die Zukunft der bedrohten Völker und Schöpfung am Amazonas ein.
  • Portal www.weltkirche.de
    Das Portal weltkirche.de informiert ebenfalls über die Amazonassynode