Von Trujillo aus haben wir heute gut 165 Kilometer in das Hochland der Anden zurückgelegt. Es war das Erlebnis einer bizarren und faszinierenden Landschaft mit eindrucksvollen Begegnungen in einer Gemeinde. Zunächst hieß es, die Ebene bei Trujillo zu verlassen: Die Fahrt führt durch Zuckerrohrplantagen, so weit das Auge reichte. Schon nach kurzer Zeit dehnen sich die Ausläufer des Gebirges aus. Es ist eine abweisende und doch im Flußtal des Moche ein fruchtbares Stück Erde, das wir durchreisen.
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Mitten in Gottes Schöpfung – Eindrücke einer unvergesslichen Landschaft
Mittwoch, 30. November 2011Auf dem Weg in das Hochland der Anden
Dienstag, 29. November 2011Ein strahlender Sonnenmorgen in Trujillo. Auf dem Pazifik erkenne ich am Horizont die heimkehrenden Fischerboote. Die Stadt erwacht (hier ist es im Moment 6.30 Uhr). In anderthalb Stunden wollen wir in das Hochland der Anden fahren. Zunächst geht es in das kleine Dorf Motil, eine unserer Partnergemeinden. Dann werden wir Santiago de Chuco erreichen, wo Pfarrer Reinhold Nann, Priester des Erzbistums Freiburg, seit vielen Jahren seinen Dienst in der Gemeinde tut. Ich bin gespannt auf die Menschen, die Gespräche, die Natur.
In Trujillo: Partnerschaft ist Solidarität
Dienstag, 29. November 2011Von Lima bin ich weit in den Norden Perus gereist, um die Erzdiözese Trujillo zu besuchen. Auf dem kleinen Flughafen freue ich mich, von Erzbischof Héctor Miguel Cabrejos begrüßt zu werden – und hundert Kindern und Jugendlichen aus den umliegenden Partnerschaftsgemeinden. Die Symphoniekapelle der Erzbischöflichen Schule spielt vor dem Flughafengebäude – Klassisches und schwungvolle peruanische Rhythmen. Eine Kindergruppe tanzt einen traditionellen Tanz in der farbenprächtigen nordperuanischen Tracht.
Ich bin sprachlos und überwältigt von so viel Gastfreundschaft – und das mitten auf dem Vorplatz eines Flughafens, wo selbst mancher Taxifahrer überrascht aus dem Fenster schaut. “Bei so viel Freude und Freundlichkeit, die ich hier erlebe, spüren wir: unsere Freundschaft zwischen Peru und Deutschland muss vom Heiligen Geist erfüllt sein”, rufe ich den Jugendlichen zu.
Grußwort von Erzbischof Zollitsch beim Gottesdienst in der Kathedrale von Trujillo
Dienstag, 29. November 2011Grußwort des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, beim Gottesdienst in der Kathedrale von Trujillo am 28. November 2011:
Schwestern und Brüder in der Gemeinschaft des Glaubens,
liebe Freunde in Trujillo!
Wenn man in Deutschland erzählt, dass man nach Peru fährt, sind die meisten Menschen ganz begeistert und neidisch. Ihr wunderschönes Land mit der Hochebene und der Pazifikküste ist etwas ganz Besonderes; Ihre indigenen Kulturen, die Begeisterung und Freude, der lebendig gelebte Glaube in Peru, und natürlich auch: die Fußballspieler. Namen wie Pizarro (Bremen), Guerrero (HSV), Farfan (Schalke) zaubern ein Leuchten auf das Gesicht deutscher Fußballfans. In der Bundesliga sind die Peruaner längst angekommen!
Ankunft in Peru
Montag, 28. November 2011Hinter mir liegt ein fünfstündiger Flug von São Paulo nach Lima. Über den Wolken denke ich an Brasilien zurück, unter uns liegt das fruchtbare Weideland des Campo Alto. Wir überqueren Bolivien, dann erreichen wir die fantastisch aussehenden, schneebedeckten Gipfel der östlichen Andenkette. Wenig später fliegen wir über das Hochland der Anden, so weit das Auge bis zum Horizont reicht. Unvergesslich ist für mich der Blick auf den Titicacasee, der sich wie ein blaues Meer unter uns ausbreitet.
Abschied von Brasilien
Montag, 28. November 2011Heute Morgen bin ich auf dem Weg von Brasilien nach Peru. Um 16.30 Uhr deutscher Ortszeit werde ich dort eintreffen. Dankbar schaue ich auf die erfüllten Tage in Brasilien zurück. Ich bin froh, mit so vielen Bischöfen des lateinamerikanischen Kontinentes besonders in Aparecida zusammengetroffen zu sein. Es ist ein gutes Zeichen, dass mit so großer öffentlicher Anteilnahme das 50-jährige Bestehen der Bischöflichen Aktion Adveniat in Lateinamerika und in Deutschland gefeiert wurde.
Vor allem bin ich dankbar für die Begegnungen mit Menschen und Projekten: Kardinal Raymundo Damasceno Assis und Kardinal Odilo Scherer, die Fazenda bei Aparecida in der Verantwortung der Sießener Franziskanerinnen und das Obdachlosenprojekt in São Paulo.
Vor allem aber die beiden Besuche in einer der größten Favelas São Paulos und der Gottesdienst dort zum 1. Advent sind für mich ein Geschenk gewesen.
Danke Brasilien, das ich zum ersten Mal in meinem Leben besucht habe.
Erzbischof Dr. Robert Zollitsch
Neues Video “50 Jahre Adveniat – zur Eröffnung der Jubiläums-Hilfsaktion”
Montag, 28. November 2011Das Besondere zum 50. Geburtstag: Die aktuelle Advents- und Weihnachts-Hilfsaktion wird direkt dort eröffnet, wo ADVENIAT hilft – bei den Armen in Lateinamerika, genauer in einem der größten Elendsviertel von São Paulo in Brasilien.
Schauen Sie hier das aktuelle Video der KNA.
Gegen globale Ungerechtigkeit
Sonntag, 27. November 2011Auf meinen Wegen durch São Paulo treffe ich an jeder Straßenecke mit den gegensätzlichen Realitäten dieser Stadt zusammen. Bankenviertel und Favelas, Autobahnen und Hinterhöfe, Einkaufsmeilen und Bettler. Vor Vertretern aus Kirche und Gesellschaft versuche ich bei einem Empfang deutlich zu machen, dass globale Ungerechtigkeit keinesfalls ein Schicksal ist, dem die Menschheit wie einer dunklen Macht ausgeliefert wäre. Vielmehr sind alle wirtschaftlichen Prozesse auch im Kontext der Globalisierung Menschenwerk. In meinen Ausführungen erinnere ich daran, welche Orientierung die Kirche in dieser Lage bieten kann. Die katholische Soziallehre weist hier auf den Begriff der “ganzheitlichen Entwicklung” hin. Dieses Leitbild für die Entwicklung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse ist tief im christlichen Menschenbild verankert, aber prinzipiell auch jenen zugänglich, die einer anderen Religion oder Weltanschauung anhängen.
Ansprache von Erzbischof Zollitsch zum Empfang vor Vertretern von Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
Sonntag, 27. November 2011Ansprache von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch zum Empfang des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz vor Vertretern von Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft am 27. November 2011 in São Paulo:
Eminenzen, sehr verehrter Herr Kardinal Scherer, sehr verehrter Herr Kardinal Hummes,
sehr verehrte Exzellenzen, liebe Mitbrüder,
sehr geehrter Herr Gouverneur Dr. Alckmin, sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Kassab,
sehr geehrte Stellvertretende Bürgermeisterin, Frau Dr. Marco Antônio,
sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste,
es ist mir eine große Freude und Ehre, Sie zu diesem Empfang willkommen zu heißen.
Das Bischöfliche Hilfswerk Adveniat begeht in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Aus diesem Anlass haben wir heute Morgen mit Kardinal Scherer die diesjährige Aktion in einem Armenviertel von São Paulo eröffnet. In der Favela Cachoeirinha leben zurzeit rund 70.000 Menschen. Es gibt bisher keine Kirche in diesem ständig weiter wachsenden Viertel. Deshalb fand der Eröffnungsgottesdienst auf einem provisorischen Fußballplatz statt. Mit der Wahl dieses Ortes wollten wir im Jubiläumsjahr von Adveniat ganz bewusst ein Zeichen setzen: Wir wollten diesen Gottesdienst dort feiern, wo Adveniat hilft, nämlich bei den Armen.
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Gottesdienst in der Favela – “Seid wachsam!”
Sonntag, 27. November 2011Die Favela erwacht. Es ist noch dunkel, als ich heute Morgen in einem der ärmsten Stadtteile von São Paulo die Favela Mundo Melhor erreiche. 1. Advent. Zeit der Besinnung und adventlichen Stimmung, Kerzenschein zu Hause, der Adventskranz auf dem Tisch. Davon fehlt hier viel in der Favela, die gerade erwacht. Dort kräht ein Hahn, einige Mopeds brausen über die schlaglochgefüllten Straßen, Flugzeuge des nahegelegenen Flughafens durchschneiden die Stille des Morgens mit einem aufdringlichen Dröhnen der Motoren.



