500 Vertreter der Partnerschaft – Feier in Lima

Der Schulhof der katholischen Schule San Vicente de Paul in Lima ist an allen Wänden mit Plakaten verschiedenster Partnergemeinden Perus dekoriert. Hier treffe ich mit über 500 Vertretern aus unseren Partnerschaftsgemeinden zusammen. Ein großartiges Zeugnis, wie lebendig die Partnerschaft zwischen den Katholiken des Erzbistums Freiburg und der Kirche in Peru ist.

Die Begegnung mit den Menschen ist geprägt von tiefer Dankbarkeit: Dankbarkeit an uns Freiburger, dass wir diese Partnerschaft so intensiv fördern. Dankbarkeit von uns Freiburgern für die Gastfreundschaft, die Zuneigung und auch die vielfältige geistliche Unterstützung, die wir erhalten. In meinem Grußwort erinnere ich an die Geschichte der Partnerschaft – und an den Ausblick, was vor uns liegt. Diese Partnerschaft geht weiter! Sie ist gelebte Solidarität der Weltkirche.

Bei dieser Gelegenheit verabschiede ich Monsignore Wolfgang Sauer. Er war im Erzbistum bisher für das Referat Weltkirche und damit die Peru-Partnerschaft verantwortlich. Er hat der Partnerschaft ein Gesicht gegeben, gewissermaßen ist er die Partnerschaft. Auf ihn konnte ich mich immer 100-prozentig verlassen. Nach zwei Jahrzehnten gibt er die Aufgabe ab, um sich neuen Herausforderungen in München zu stellen. Wolfgang Sauer hält eine nachdenkliche, eine denkwürdige Rede. Er stellt die Partnerschaft auf die theologische Grundlage des Zweiten Vatikanischen Konzils. “Die Partnerschaft ist eine Frucht des Konzils. Die im Konzil definierte Communio-Theologie bildet letztlich die Grundlage für die Partnerschaft. Deshalb leben wir in der Partnerschaft das Konzil, das an Aktualität nichts verloren hat. Die Partnerschaft ist Ausdruck einer internationalen Verantwortung von Gläubigen und jenen, die eine Verantwortung in der Kirche tragen.” Langer, sehr langer Applaus begleitet Monsignore Sauer von der Bühne.

Die Gelegenheit in Lima nutze ich, um den Nachfolger von Monsignore Sauer vorzustellen: Ordinariatsrat Stephan Ocker. Er kennt die Welt, vor allem Lateinamerika. Häufig war er schon in Peru, künftig wird er die Verantwortung für die Peru-Partnerschaft tragen. Es sind keine kleinen Fußstapfen in die er tritt. Aber er nimmt die Herausforderung gerne an, das macht er bereits in seiner launigen Antrittsrede während des Partnerschaftsseminars in Lima deutlich: “Bisher habe ich die Partnerschaft auf meiner Ebene gefördert, zusammen mit meiner Pfarrgemeinde, zusammen mit der studentischen Jugend in Peru. Jetzt darf ich neue Wege gehen. Das, was ich übernehme, ist für mich eine große Verpflichtung. Ich darf das, was es an Früchten der Partnerschaft gibt, nun weiterentwickeln.” Ich freue mich, dass Stephan Ocker künftig nicht nur die Früchte erntet, sondern auch neu säen wird.

In meiner Delegation begleitet mich neben Mitarbeitern aus dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz und dem Ordinariat in Freiburg auch Inge Auer. Sie ist die Vorsitzende des Ausschusses Weltkirche und Partnerschaft des Diözesanrates im Erzbistum Freiburg.  Bei den Feierlichkeiten heute macht sie deutlich, welche Verantwortung alle Menschen, gerade auch in der Partnerschaft, für die Bewahrung der Schöpfung tragen. “Wir alle müssen unser Denken und unseren Lebensstil ändern und auf eine nachhaltige Entwicklung setzen, die zur gleichen Zeit die Menschen und die natürlich Ressourcen unseres Planeten respektiert. Wir alle müssen zusammenarbeiten für die Zukunft der Welt und der Menschheit: hier und dort, Sie und wir, du und ich – zusammen.” Martina Kastner, die Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Freiburg und auch in meiner Delegation erinnert an die Zukunftsarbeit der Partnerschaft: “Von der Gründergeneration der Partnerschaft höre ich gerne etwas von der Begeisterung und der Leidenschaft der ersten Jahre. Ich höre aber auch von den Sorgen der heutigen Verantwortlichen, um die Fortführung der Partnerschaft, zum Beispiel angesichts zurückgehender personeller Möglichkeiten und der fehlenden jüngeren Generation. Wir müssen nach neuen Wegen suchen, wie die bisherige Arbiet zukunftsfähig gestaltet werden kann.” Da ist viel wahres dran: Es ist schön, dieses Jubiäumsfest zu feiern, aber wir müssen das unsere tun, auch die nächsten 25 Jahre zu füllen. Da baue ich auf die Volontarios aus Freiburg, die hier in Peru leben und aus ihren Erfahrungen in Deutschland berichten werden. Sie treffe ich morgen.

Erzbischof Dr. Robert Zollitsch

 

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